Wissenswertes zum Thema Übertragungsweg über
IP-Datennetze - Teil 1:
Einführung
Das Internet hat sich explosionsartig ausgebreitet und kann heute auch
von privaten Anwendern problemlos in Anspruch genommen werden. Dies hat
dazu geführt, dass die Möglichkeit zum Zugriff auf Computernetzwerke
heute fester Bestandteil moderner Betriebssysteme ist. Die wichtigste
Rolle kommt dabei zwei Dingen zu: Ethernet als physikalische Grundlage
und TCP/IP als Protokoll.
Anforderungen an ein Computernetzwerk
Ein Computernetzwerk sollte bei geringstem Material- und
Verkabelungsaufwand vorhandene Ressourcen (Speicherplatz, Datenbanken,
Drucker und andere beliebige Endgeräte) einer unbestimmten Zahl von
angeschlossenen Nutzern zugänglich machen. Dabei muss ein Höchstmaß
an Datensicherheit und Übertragungsgeschwindigkeit gegeben sein. Aus
diesen Anforderungen heraus entstanden die heute üblichen
Netzwerkstandards.
Grundsätzliche Funktion von Netzwerken
Grundsätzlich haben alle Netzwerktopologien eines gemeinsam: Jeder
Netzteilnehmer erhält eine eigene Adresse. Die Nutzdaten werden in
einem Rahmen aus zusätzlichen Informationen (z.B. Adresse des
Empfängers, Adresse des Absenders und Checksumme) „eingepackt“. Mit
Hilfe der Adressinformationen können die Nutzdaten in den so
entstandenen Datenpaketen über gemeinsam benutzte Leitungswege an den
richtigen Empfänger übermittelt werden.
TCP / IP-Ethernet verstehen
Auf ihrem Weg von einem Netzteilnehmer zum anderen durchlaufen die Daten
verschiedene Stufen. Jede dieser Stufen übernimmt dabei eine andere
Funktion, auf die die nächsthöhere Stufe wiederum aufbaut. Auf der
untersten Stufe wird zunächst die Frage des Netzzugangs, d.h. der
physikalischen Übertragung und der Form des Datenstroms entschieden.
Für ein lokales Netz wird z.B. ein Ethernet-Standard eingesetzt. Soll
das Ethernet-Datenpaket in ein fremdes Netz versandt werden, wird es
sodann von übergeordneten Protokollen, z.B. TCP/IP, adressiert und
transportiert. TCP/IP liefert das Datenpaket schließlich nicht nur beim
richtigen Empfänger, sondern auch bei der richtigen Applikation ab,
nämlich einem weiteren übergeordneten Protokoll, welches mit einem
Anwendungsprogramm zusammenarbeitet.


Physikalische Übertragung in Netzwerken
Je nach Anwendungsbereich stehen verschiedene physikalische
Vernetzungstechnologien zur Verfügung. Bei lokalen Netzwerken ist
Ethernet der heute am meisten verbreitete Netzwerkstandard; bereits 1996
waren ca. 86% aller bestehenden Netzwerke in dieser Technologie
realisiert. Der Weg ins Internet wird dagegen mit Hilfe des
öffentlichen Telefonnetzes und PPP realisiert.
Lokale Netze mit Ethernet und FastEthernet
Ethernet ist in der IEEE-Norm 80 .3 standardisiert. Vereinfacht gesagt,
überträgt Ethernet mit Hilfe verschiedener Algorithmen Daten in
Paketen über ein Medium an die Teilnehmer des Netzes, die sich jeweils
durch eine eindeutige Adresse auszeichnen.
Ethernet-Standards
Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Ethernet-Varianten
herausgebildet, die sich maßgeblich anhand von
Übertragungsgeschwindigkeit und verwendeten Kabeltypen unterscheiden
lassen. Ethernet wurde ursprünglich mit einer
Übertragungsgeschwindigkeit von 10 Mbit/s betrieben; hierbei gab es
drei verschiedene Grundmodelle:
10Base5
Heute keine Bedeutung mehr.
10Base2
Wird heute bei Neuinstallationen nicht mehr verwendet.
10BaseT
Jeder Netzteilnehmer wird über ein eigenes Twisted-Pair-Kabel an
einen sogenannten Hub (Sternverteiler) angeschlossen, der alle
Datenpakete gleichermaßen an alle Netzteilnehmer weitergibt. 10BaseT
arbeitet also physikalisch sternförmig, aber logisch nach dem
Busprinzip (bei Datenbussen werden alle Teilnehmer wie bei 10Base an das
selbe Kabel angeschossen). Mit zunehmend größeren Datenmengen wurde in
den 90er Jahren Fast Ethernet mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von
100Mbit/s eingeführt.
100BaseT
stellt den heute üblichen Standard für 100 Mbit Netzwerke dar.
Genau wie bei 10BaseT wird jeder Netzteilnehmer über ein eigenes
Twisted-Pair-Kabel an einen Hub angeschlossen, der alle Datenpakete an
alle Netzteilnehmer weitergibt. Allerdings müssen die Kabel und
Komponenten wie Hubs für die höhere Übertragungsrate ausgelegt sein.
Hub und Switch
Als sich 10BaseT und 100BaseT als physikalischer Standard für
Ethernet-Netzwerke durchgesetzt haben, wurden zunächst nur HUBs als
Sternverteiler eingesetzt. HUBs leiten, den gesamten Datenverkehr des
Netzwerkes an alle angeschlossenen Netzwerkteilnehmer weiter. Inzwischen
werden an Stelle von Hubs fast ausschließlich Switches eingesetzt.
Switches leiten nicht mehr den gesamten Ethernet-Datenverkehr an alle
angeschlossenen Netzwerkteilnehmer weiter. Stattdessen filtern Switches
den Datenstrom so, dass am entsprechenden Port nur noch die Daten
ausgegeben werden, die für den dort angeschlossenen Netzteilnehmer
bestimmt sind. Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass die
Netzwerkteilnehmer nicht mehr mit Netzwerkverkehr überschwemmt werden,
der ohnehin nicht für sie bestimmt ist.
Das Ethernet-Datenformat
Welches physikalische Grundmodell auch genutzt wird – der logische
Aufbau der verwendeten Datenpakete ist bei allen Ethernet-Topologien
gleich. Alle Netzteilnehmer in einem lokalen Netz erhalten alle
Datenpakete einschließlich derer, die für die anderen Netzteilnehmer
bestimmt sind, verarbeiten aber nur diejenigen Pakete weiter, die
tatsächlich an sie selbst adressiert sind.
Die Ethernet-Adresse
Die Ethernetadresse – auch MAC-ID oder Node-Number genannt –
wird vom Hersteller in den physikalischen Ethernetadapter
(Netzwerkkarte, Printserver, Com-Server, Router ...) fest „eingebrannt“,
steht also für jedes Endgerät fest und kann nicht geändert werden.
Die Ethernet-Adresse ist ein 6-Byte-Wert, der üblicherweise in
hexadezimaler Schreibweise angegeben wird. Eine Ethernetadresse sieht
typischerweise so aus: 00-C0-3D-00-27-8B. Jede Ethernet-Adresse
ist weltweit einmalig! Die ersten drei Hex-Werte bezeichnen dabei den
Herstellercode, die letzten drei Hex-Werte werden vom Hersteller
fortlaufend vergeben.
Das Ethernet-Datenpaket
Es gibt vier verschiedene Typen von Ethernet-Datenpaketen, die je
nach Anwendung eingesetzt werden:
|
Datenpakettyp
|
Anwendung
|
|
Ethernet 80
|
Novell IPX/SPX
|
|
Ethernet 80
|
3 Novell IPX/SPX
|
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Ethernet SNAP
|
APPLE TALK Phase II
|
|
Ethernet II
|
APPLE TALK Phase I, TCP/IP
|
In Verbindung mit TCP/IP werden in aller Regel Ethernet-Datenpakete vom
Typ Ethernet II verwendet. Hier der Aufbau eines
Ethernet-II-Datenpakets:
|
|
00C03D00278B
|
03A055236544
|
800
|
Nutzdaten
|
Checksumme
|
|
Preamble
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Destination
|
Source
|
Type
|
Data
|
FCS
|
Der Aufbau der anderen Ethernet-Pakete unterscheidet sich nur in den
Feldern Type und Data, denen je nach Pakettyp eine andere Funktion
zukommt. Damit verfügt ein Ethernet-Datenpaket über sämtliche
erforderlichen Eigenschaften, um in lokalen Netzwerken Daten von einem
Netzteilnehmer zum anderen zu verschicken. Ethernet allein verfügt
allerdings nicht über die Möglichkeit, verschiedene Netze zu
adressieren. Darüber hinaus arbeitet Ethernet verbindungslos: Der
Absender erhält vom Empfänger keine Bestätigung, ob ein Paket
angekommen ist. Spätestens wenn ein Ethernet-Netzwerk mit mehreren
Netzen verbunden werden soll, muss also mit übergeordneten Protokollen
– etwa mit TCP/IP – gearbeitet werden.

Analoge DFÜ, ISDN und DSL - Der Weg ins
Internet
Eine entscheidende Einschränkung der heute üblichen Ethernet 100
BaseT-Technik ist die maximale Distanz von 100 m. Zwar können mit Hilfe
entsprechender Komponenten wie Hubs, Switches und Routern auch größere
Entfernungen erreicht werden, aber auch damit ist die Ausdehnung eines
Ethernet-Netzwerkes auf das Grundstück einer Firma bzw. die Wohnung
eines privaten Nutzers begrenzt. Geht es z.B. darum, eine Verbindung zum
Internet herzustellen (Datenfernübertragung, kurz DFÜ), sind oft
mehrere Kilometer zu überbrücken. Internet Zugänge werden deshalb bis
auf wenige Ausnahmen über das öffentliche Telefonnetz abgewickelt.
DSL
Digital Subscriber Line (deutsch: Digitale Teilnehmeranschlussleitung)
bietet zur Zeit die attraktivste Möglichkeit, sich mit dem Internet zu
verbinden. Analoge Anschlüsse arbeiten auf dem Kabel mit Frequenzen bis
max. 3,5 kHz. Bei ISDN liegt die Obergrenze bei ca. 40 kHz. DSL nutzt
ausschließlich Frequenzen, die oberhalb 40 kHz bis ca. 1 MHz
angesiedelt sind. Damit kann DSL parallel zu analogen oder
ISDN-Anschlüssen über dasselbe Kabel betrieben werden. Am Standort des
Teilnehmeranschlusses wird über einen Splitter (eine Frequenzweiche)
das DSL-Signal von den Telefonsignalen getrennt.

DSL gibt es in verschiedenen Varianten mit Downstream Übertragungsraten
zwischen 1 MBit/s - 8 MBit/s. Hierbei gilt: Je größer die Entfernung
zur Vermittlungsstelle, desto geringer die mögliche Geschwindigkeit. Da
die Upstream-Geschwindigkeit nur ca. ein Achtel der
Downstream-Geschwindigkeit beträgt, spricht man auch von asymmetrischer
Datenübertragung, kurz ADSL. Auf Grund der hohen
Übertragungsgeschwindigkeit tauschen DSL-Modems die Daten mit dem PC
über USB oder direkt über Ethernet aus. Eine häufige Variante ist ein
Ethernet Router mit DSL-Anschluss.
Übertragungsprotokolle
Das Übertragungsverfahren ist für sich betrachtet nur ein
physikalischer Standard, der aber nichts darüber aussagt, in welcher
Form der Datenstrom transportiert wird.
Um Daten per DFÜ zwischen zwei Netzwerkstandorten auszutauschen, ist
ein übergeordnetes Protokoll notwendig, das folgende Aufgaben
übernimmt:
- Aufbau einer logischen Verbindung zwischen beiden
Standorten
- Authentifizierung (Prüfen der Zugangsberechtigung)
- Aufbereitung des eingehenden Datenverkehrs für die
Übertragung und Wiederherstellen des ursprünglichen Datenformates
am Ende der Übertragungsstrecke
- Datensicherung
- Verschlüsselung der Übertragungsdaten
- Abbau der logischen Verbindung nach Abschluss der
Datenübertragung
SLIP - Serial Line IP Protocol
Ein erster Ansatz für die Übertragung von DFÜ-Daten war SLIP. Das
SLIP-Protocol ist ein sehr einfaches Protokoll, das ausschließlich für
den Transport von TCP/IP-Datenverkehr geeignet ist und nicht alle oben
aufgeführten Anforderungen erfüllt. Durch die Beschränkung auf
IP-Datenübertragung und fehlende Sicherheitsmechanismen wird SLIP heute
für normale Internetzugänge nicht mehr benutzt.
PPP - Point-to-Point Protocol
Um allen Anforderungen für eine Datentunnelung zwischen zwei
Netzwerkstandorten gerecht zu werden, wurde PPP entwickelt. Sowohl für
den Zugang ins Internet als auch zur Verbindung mit einem entfernten
nicht öffentlichen Netzwerk sorgt PPP für eine gesicherte
Datenübertragung. Dazu stellt PPP sozusagen einen Tunnel durch die
netzwerkfremde Umgebung her.
Der Aufbau einer PPP-Verbindung findet in mehreren Schritten statt und
bedingt eine bestehende physikalische Verbindung wie z.B. DSL oder ISDN:
1. Aushandeln der Verbindungsoptionen
Um festzulegen, mit welchen Optionen PPP arbeiten soll, wird das
LCP-Protokoll - Link Control Protocol benutzt. Verhandelbar sind unter
anderem: - Art der Authentifizierung - Blockgröße der
Übertragungsdaten - Datenkompression - Art der zu übertragenden
Daten (IP, IPX, ...)
2. Authentifizierung
Hierbei werden User-ID und ein Passwort übergeben. Es gibt zwei
Arten der Passwortübergabe: - PAP Password Authentication Protocol
(Passwortübergabe lesbar im Klartext) - CHAP Challange Handshake
(verschlüsselte Passwortübergabe)
3. Konfiguration übergeordneter Netzwerkprotokolle
Soll über PPP eine Verbindung in Netze mit übergeordneten
Protokollen (z.B. Internetprotokoll) hergestellt werden, ist es
erforderlich, bestimmte Einstellungen vorzunehmen, die das
entsprechende Protokoll betreffen. Die nötigen Informationen werden
mittels des NCP - Network Control Protocols übergeben. Im Falle eines
Internetzugangs über PPP wird als NCP das Internet spezifische IPCP -
Internet Protocol Control Protocol verwendet. IPCP erlaubt z.B. für
die Dauer der PPP-Verbindung die Vergabe einer IP-Adresse (mehr zum
Internet Protokoll im nächsten Abschnitt).
4. Übertragung der Nutzdaten
Sobald alle Verbindungsoptionen festgelegt sind und der Nutzer
seine Zugangsberechtigung nachgewiesen hat, beginnt der eigentliche
Austausch von Nutzdaten. Im Fall einer Verbindung zum Internet können
das Daten in Form aller IP-basierenden Protokolle sein (UDP, TCP,
Telnet, FTP, HTTP...).
5. Abbau der PPP-Verbindung
Auch der Verbindungsabbau wird über LCP abgewickelt.
Ähnlich wie Ethernet bettet PPP die zu transportierenden Daten in eine
festgelegte Paketstruktur:
|
Flag
|
Adress
|
Control
|
Protokol
|
Information
|
FCS
|
Flag
|
|
1 Byte
|
1 Byte
|
1 Byte
|
1 oder 2 Byte
|
n Byte
|
1 Byte
|
1 Byte
|
Durch die Möglichkeit, über eine PPP-Verbindung verschiedene
unabhängige IP-Dienste und Protokolle gleichzeitig zu betreiben,
können durch Einsatz geeigneter Router auch ganze Netzwerke über PPP
verbunden werden.
Weiter zum Teil 2: Logische Adressierung und
Datentransport
Quelle: Produktinformation der Firma Telenot, Auszüge aus
"TCP/IP-Ethernet bis Web-IO" von Frank Thiel
(http://www.wut.de)
|
Die gesamte Gefahrenmelde-
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